Übersicht über die kindliche Sprachentwicklung

Alter des Kindes

Sprachentwicklung

Sprachförderung

1. Lebenswoche
Unterschiedliche Schreie, Glucksen, Erste Laute (aaa, gr)
Antworten Sie auf Unbehagensschreie beruhigend durch rhythmisches Sprechen oder Singen. Schaukeln oder Wiegen Sie das Baby dabei. Vermeiden Sie beunruhigende Hintergrund-Geräusche, z.B. durch einen Krimi im Fernseher, die Stimmung wird vom Baby verarbeitet.
2. Lebensmonat
Das Baby nimmt Blickkontakt auf, das Baby variiert die Stimme.
Kommunizieren Sie häufig und ausgiebig mit dem Baby; z.B. beim Stillen, Wickeln, Füttern und suchen Sie dabei Augenkontakt. Falls das Baby auf Geräusche nicht reagiert, gehen Sie bitte unbedingt zum Arzt. Hörstörungen haben fatale Auswirkungen Auf die Entwicklung des Kindes. Rechtzeitig entdeckt können Sie jedoch rasch behoben werden.
3.-6. Lebensmonat
Das Baby bildet unterschiedliche und Silben. Das Baby setzt seine Stimme bewusst ein.
Ihr Kind entdeckt nun täglich Neues, dass das Gehirn erst einmal verarbeiten muss. Dafür braucht es bewusste Ruhephasen. Geben Sie ihm Gelegenheit zum Lauschen, z.B. durch eine Spieluhr.
7.-9. Lebensmonat
Das Baby bildet Silbenketten und Doppelsilben. Das Baby ahmt Laute und Sprechmelodie nach.
Fördern Sie den Aufbau des Wortschatzes durch kurze, hochfrequente Worte, z.B. "Schau, ein Ball", "wo ist der Ball?" etc.
10.-12. Lebensmonat
Das Kind versteht einzelne Worte. Das Kind setzt nonverbale Kommunikation ein. Das Kind bildet Doppelsilben z.B. "baba". Das Kind immitiert Lautkombinationen und Melodien.
Einfache Steckspiele mit Figuren und Formen schulen neben der Feinmotorik das Strukturverständnis und dadurch die Basis der grammatischen Entwicklung.
19.-24 Lebensmonat
Das Kind spricht 20-50 Worte (Schlüsselbegriffe) Das Kind benennt Eigenschaften, z.B. "heiß". Das Kind benennt die engsten Personen. Das Kind spricht Zwei- und Dreiwortsätze.
Lassen Sie sich von dem ständigen "nein" des Kindes nicht nerven. Die Trotzphase ist sehr wichtig. Durch das "nein" grenzt sich das Kind Erstmalig ab. Das ist eine wichtige Vorstufe zur Entdeckung der eigenen Person. Bislang hat sich das Kind mit dem eigenen Namen benannt, bald Wird es "Ich" sagen und dafür ist die Nein-Phase Notwendig. Also ein Grund zur Freude. Gehen Sie auf das "nein"-Spiel ein, indem Sie selbst häufiger Ihre Gefühle zeigen.
3. Lebensjahr
Das Kind kann nun alle Konsonanten isoliert bilden. Das Kind verwendet "ich". Das Kind fragt "warum?" Das Kind bildet 3-5-Wort-Sätze: "Ich Auto defahn bin".
Auch die "Warum-Phase" bringt so manche Eltern fast um den Verstand. Dabei können Sie stolz sein! Das Hinterfragen ist ein Zeichen von hoher Intelligenz. Nur kluge Kinder fragen "warum?". Gehen Sie auf das Spiel ein, in dem Sie ebenfalls nachfragen.
4. Lebensjahr
Das Kind kann Konsonanten-Verbindungen. Das Kind bildet Haupt- und Nebensatz. Das Kind verwendet Grammatik.
Beim hastigen Erzählen treten gelegentlich Stottersymptome auf, man nennt diese Redeflüssigkeiten Entwicklungsstottern. Beunruhigend sind diese nur, wenn die länger als ein Jahr andauern.
5. Lebensjahr
Das Kind bildet alle Laute korrekt, auch Zischlaute und Zischlautverbindungen. Das Kind verwendet korrekte Pluralform und Artikel.
Stillen Sie den Wissensdurst des Kindes. Nun ist die richtige Zeit für einen Museumsbesuch, z.B. eines Automobilmuseums oder eines Naturkundemuseums. Auch der Besuch in einer Tropfsteinhöhle o.ä. wird das Kind begeistern.
6. Lebensjahr
Das Kind beherrscht die Umgangssprache. Das Kind hat einen Grundwort-Schatz von ca. 500 Wörtern.
Überlassen Sie den Lese- und Schreiberwerb der Schule. Viel sinnvoller als vor der Schule mit dem Kind Lesen und Schreiben zu üben, ist es die Kinder neugierig zu machen und für Neues Zu begeistern. Sie könnten z.B. einmal die alten Fotoalben ausgraben und ihrem Kind Geschichten aus ihrer eigenen Schulzeit erzählen.